Wo stehen wir? Was wollen wir erreichen? Wie kann das gelingen? - Ein halbes Jahr lang haben wir in fünf Arbeitsgruppen nach Antworten auf diese Fragen gesucht. Hier die Ergebnisse, nach Arbeitsgruppen geordnet:

  • Generationen im Blick“  zu den Themen  Kinder, Jugend, Senioren, Familien, Auf sich allein Gestellte
  • Kirche geht auf Menschen zu“ zu den Themen Armut, Caritas, Interkulturalität, Hingehende Seelsorge, Präsenz im Stadtteil
  • Den Glauben feiern“  zu den Themen  Gottesdienste aller Art, Eucharistie, Spiritualität, Verkündigung
  • Auf Neues hin wachsen“  zu den Themen  Wachstum, Frag-würdig-sein, neue Orte kirch­lichen Lebens schaffen
  • Anlaufstelle vor Ort“  zu den Themen  Gemeinschaft / Heimat, Gemeinschafts­pflege

Generationen im Blick

Wo stehen wir?

 

  • viele Kinder
  • viele Senioren  --- Lücke: fehlendes Verständnis füreinander
  • Alleinstehende
  • Alleinerziehende
  • Neuzugezogene
  • viele identische Angebote an den unterschiedlichen Standorten (Frauenkreise, Männergruppen, Kolping, Minis, DPSG) --- wenig Vernetzung

 

 

Was wollen wir erreichen?

 

  • Vernetzung horizontal und vertikal
  • Angebote der verschiedenen Standorte vernetzen sich
    • Intergenerative Angebote
    • Generationenübergreifende Angebote an wechselnden Standorten
  • + Einbindung der Institutionen
  • Individualität der Standorte bleibt erhalten / wird geschärft

 

 

Wie kann das gelingen?

 

  • Angebotsübersicht / Plattform schaffen (aktuell halten, versch. Formen (digital/Papier), Institutionen ergänzen)
  • Austausch & Kommunikation fördern --- Begegnungsmöglichkeiten schaffen
  • Ansprechpersonen vor Ort (konkretisieren: Haupt- oder Ehrenamtliche?) - regelmäßige Treffen - Netzwerk
  • Langfristige Planung (Halbjahresplanung bei Terminen)
  • Möglichkeiten der Mobilität schaffen
  • Synergien fördern und nutzen --- gemeindeübergreifende Angebote / z.B. Katechese
  • Begleitung des Ehrenamts (klare Ansprechpartner bei den Hauptamtlichen) - Hauptamtliche als Rückendeckung
  • Wertschätzung des Ehrenamtes / Kraft tanken / Exerzitien / „Input“
  • „Pfarrbrief“ – Veranstaltungen und Angebote von allen Orten für alle Altersstufen

 

 


Kirche geht auf Menschen zu

1.      Wo stehen wir?

 

a)    Wohin sind wir gestellt?

 

·     Es gibt in unserem Raum 225 000 Einwohner, davon besonders viele Kinder + Jugendliche (19 %),
besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund (49 %) und bes. viele Hartz-IV-Empfänger (16 %)

 

·     Es gibt in jeder unserer Gemeinden Gebiete mit besonders niedrigem Sozialstatus

 

·     Es gibt viel Armut bei Kindern (26-46 % Kinder in Mindestsicherung, je nach Stadtteil)

 

·     Es gibt 25.000 Katholiken (11%), davon ca. 4000 Polen, 1600 Portugiesen, 570 Italiener, 470 Kroaten

 

·     2 syrisch-, 1 griechisch-, 1 rumänisch-orthodoxe Gemeinden, 1 ukrainisch-katholische Gemeinde

 

·     20 ev.-luth. Gemeinden und 12 Moschee-Gemeinden (mit ca. 2000 eingetragenen Mit­gliedern)

 

b)    Was machen wir schon jetzt?

 

·     soziales Engagement:  Bedürftigen-Frühstück, Suppenküche, Bedürftigen-Feste, Kleiderkammer, Caritasausschüsse

 

·     hingehende Seelsorge:  Krankensalbung, Krankenkommunion, Krankenbesuche, Trauerbesuche,
Gottes­dienste in Heimen, Schulgottesdienste, Geburtstagsbesuche, Pfarrbriefverteilung, Sternsinger

 

·    interkulturelle Kontakte:  ökumenische und interreligiöse Gesprächskreise, jährliches Fest der Kulturen

 

·    Präsenz im Stadtteil:  4 Schulen, 3 Kitas, Krankenhaus, Pflegeheim, Seniorenwohnanlage; 
Sternsinger, Martins­­umzüge, Nacht der Kirchen, „Neugraben erleben“, Mitarbeit in einigen Bezirks-Gremien; 

 

·    soziale Dienste/Projekte:  IN VIA (fairKauf, Kiezläufer, JMD, …), EFL (Beratung), SkF (Schwangeren-Hilfe),
Mehr-Generationen-Haus, Caritas-Kranken-Mobil

 

 

 

2.      Was wollen wir erreichen?   Wir wollen…

 

a)    offen und einladend für alle Menschen sein

 

b)    über den eigenen Tellerrand deutlich hinausschauen, die Komfortzone verlassen und zu den Menschen gehen

 

c)     uns nicht mehr nur um uns selbst kümmern, uns nicht abkapseln, sondern im Stadtteil auftreten

 

d)    uns um die Randständigen kümmern; zu den Menschen gehen, die Hilfe suchen und Zuwendung brauchen

 

e)    an die Orte gehen, wo die Menschen sind; und Begegnung anbieten mit der Leitfrage: „Was brauchen Sie?“.

 

f)      sowohl Randgruppen der Gesellschaft in den Blick nehmen (Alleinerziehende, Alleinstehende, Alte, Arme, Geflüchtete),  

 

als auch diejenigen, die zu uns kommen  bei Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit, Beerdigung

 

g)    Menschen aus anderen  Konfessionen / Religionen / Kulturen  kennen lernen  und  schätzen lernen

 

h)    sichtbar Heimat sein für Menschen aus über 80 Nationen,  Heimat/Beheimatung anbieten, Toleranz üben

 

i)      Veranstaltungen wie z.B. Weihnachtsmarkt, Vielfaltsfest, … nutzen – und dort als Kirche präsent sein

 

j)      im Leben unserer Stadtteile eine Rolle spielen, uns einmischen, präsent sein, gesellschaftlicher Kit sein

 

k)       Polnische und deutsche Gemeinde sollten aufeinander zugehen

 

l)         mehr Miteinander mit den fremdsprachigen Missionen

 

 

 

3.      Wie kann das gelingen?    Wir wollen dazu…

 

a)    konfessions- und kulturübergreifende Angebote machen,  Räume (+ Menschen) für Begegnungen anbieten

 

b)    nicht an Gebäuden & Strukturen hängen, sondern Neues ausprobieren, für Ideen und neue Wege offen sein

 

c)     Begegnung im Park, im Wald, an der Elbe, auf Marktplätzen und Spielplätzen suchen

 

d)    Menschen aufsuchen und ansprechen, die als Gemeindemitglieder oder als Christen besonders von uns
Hilfe erhoffen
, z.B.

 

·     Gemeindemitglieder in Reiherstieg, Phönixviertel, Neuwieden­thal

 

·     geflüchtete, syrisch-orthodoxe und andere Christen mit Migrationshintergrund

 

·     Pflegebedürftige und pflegende Angehörige in unseren Gemeinden

 

e)    gemeinsam mit IN VIA, EFL und den kath. Kita- und Schulleitungen schauen, wie wir konkret und praktisch
gegen Kinderarmut (und Elternarmut) etwas tun können

 

f)      Randständige und andere Angesprochene mit sozialen Angeboten/Diensten/Einrichtungen in Kontakt bringen

 

g)    Ehrenamtliche begleiten und befähigen, fragen „Was braucht ihr?“

 

h)    sinnstiftendes Ehrenamt garantieren, koordinieren und strukturieren

 

i)      systematisch nach neuen Zeit- und Geldspendern suchen

 

j)      systematisch Öffentlichkeitsarbeit nach innen und außen betreiben (Pfarrbrief, Internet, Harburger Zeitungen)

 

k)     jedes Jahr ein Fest der Nationen/Kulturen feiern, am besten jährlich wechselnd mit besonderem Thema/Schwerpunkt

 

l)      für Präsenz bei Weihnachtsmarkt und Stadtteilfesten mit den evangelischen Gemeinden zusammenarbeiten
(und vielleicht auf anderen Feldern: Caritas/Diakonie, Jugendkreuzwege, …)

 

m)     Präsenz + Beteiligung in allen für uns bedeutsamen Bezirksgremien (Jugendhilfeausschuss, Ausschuss für Soziales/ Bildung/Integration, (Ausschuss für Kultur/Sport/Freizeit), Seniorenbeirat, Integrationsrat, Stadtteilbeiräte, …)

 

m)     Die Lebenswirklichkeit der Menschen am Rand unserer Gemeinde / unserer Gesellschaft in das gemeinsame Blickfeld holen durch Beiträge in Pfarrbrief + Internet, in Gottesdiensten und besonderen Veranstaltungen

 

n)       Menschen mit Migrationshintergrund besonders einladen zu liturgischen Diensten und zur Mitarbeit in Gemeinde-Gremien

 

o)       Gottesdienste dort feiern, wo die Menschen sind (außerhalb der Kirchen)

 

p)       Auch geistliche Gemeinschaften einbeziehen

 

q)       Gemeinden und Institutionen sollten füreinander (+f. Angebote) Werbung machen (Synergien besser nutzen)

 

r)        Das spezifisch Katholische als unser Markenzeichen im Stadtteil zeigen

 

s)       Randgruppen (z.B. Obdachlose) nicht nur betüdeln

 

t)        Leute begeistern und gewinnen

 

u)       …und über allem die  Frage: Wer soll’s machen? – nicht nur Ehrenamtliche!

 


Den Glauben feiern

1. Wo stehen wir?

 

  • 25.000 Gemeindemitglieder, darunter viele Kinder und Jugendliche
  • Gottesdienstbesucher unter 10%
  • fast 100 verschiedene Herkunftsnationen
  • mehrere starke fremdsprachige Missionen mit z. T. wenig Anbindung an die Gemeinden
  • viele evangelische Gemeinden in der Nachbarschaft
  • 3 kathol. Kitas, 4 kathol. Schulen, 2 kathol. Altenheime
  • über 10 Altenheime verschener Träger
  • gute urbane Infrastruktur (aber: Sprung über die Elbe!); teils knapper Parkraum bei den Kirchen
  • zurzeit sonntägliche Gottesdienste (mit Eucharistie) an allen Standorten, Werktagsgottesdienste
  • Angebot an zielgruppenorientierten Gottesdienstangeboten unterschiedlich
  • Angebot an alternativen Liturgieformen (z.B. Andachten) unterschiedlich
  • vier Kirchen an drei Standorten, zwei Kapellen
  • zur Zeit 4,25 Priester, 4 Diakone, 4 Gottesdienstbeauftragte, 2,5 pastorale Mitarbeiter*innen

 

 

2. Was wollen wir erreichen?

 

Wir wollen:

 

  • …Christus ins Zentrum stellen (Identität der christlichen Gemeinde)
  • …unsere Gottesdienste zu einer Kraftquelle für möglichst viele Menschen machen
  • dass unsere Gottesdienste wirksam sind für das Zusammenleben der Menschen im Pastoralen Raum
  • …als Gemeinde aus der Begegnung mit Jesus Christus in der Eucharistie leben
  • …uns um eine lebendige Liturgie bemühen

 

 

3. Wie kann das gelingen?

 

  • die Unverzichtbarkeit der Eucharistiefeier betonen und ihre herausgehobene Stellung sichtbar machen
  • Angebote an den Bedürfnissen der Menschen (sowohl den individuellen als auch den geänder­ten gesellschaftlichen) orientieren (Tun sie gut und ermöglichen sie Gutes? Dienen sie dazu, unser Christsein in unserer konkreten Umgebung sichtbar und segensreich zu machen?)
  • liturgienahe Formen anbieten (z.B. musikalische Nacht, Lichtinstallationen, geistliche Kirchen­führungen) als Versuch, Menschen zu öffnen für eine geistliche Dimension
  • Gottesdienste mit und ohne Eucharistie (Meditationen, Stundengebet, Hausgebet etc.);
  • Raum der Stille
  • verschiedene Gottesdienstformen für unterschiedliche Anlässe, Zielgruppen, Lebenssituationen
  • Gottesdienste an unterschiedlichen Orten anbieten;
  • ökumenische Gottesdienste

 


Auf Neues hin wachsen

1. Wo stehen wir ?

 

Wir erleben innerhalb und außerhalb der Kirche, dass die christliche Botschaft den Menschen immer fremder wird und daher weder für sie selbst noch für die Gesellschaft wesentlich fruchtbar sein kann.

 

Wir erleben, dass Menschen aus verschiedenen Gründen kirchliches Territorium meiden, selbst wenn es dort Angebote speziell für ihre Bedürfnisse gibt.

 

Siehe Auswertung  Zukunftstag:  Wir werden eine Kirche sein, die … erlebt, dass sie mit ihrer Botschaft der Welt immer fremder wird.

 

 

 

2. Was wollen wir erreichen?

 

Wir wollen aus den verkrusteten Strukturen heraus auf Neues hin wachsen, besonders

 

  • für Menschen in Krisen
  • für Suchende, wie z. B. Menschenaus anderer kath. Sozialisation, von außen Kommende, Irritierte, sich unerwünscht Fühlende, Wissensdurstige

 

 

 

Siehe Auswertung  Zukunftstag:  Wir werden eine Kirche sein, die ..

 

  • …wachsen will und auf sich aufmerksam macht
  • …offen und für alle Menschen da ist, egal, ob katholisch oder evangelisch oder anderen Glaubens
  • …die Verkrustungen ablegt und Menschen annimmt und abholt, wo und wie sie sind
  •    und abholt, wo und wie sie sind.

 

 

 

3. Wie soll das gelingen?

 

Siehe Auswertung Zukunftstag:  Wir wollen eine Kirche sein, die…  …und deswegen folgendes macht:

 

  • Treffpunkte (Café, Paketshops, offene Räume und Angebote) neben Angeboten in den Kirchen schafft;
  • …Mut zu Investitionen in die Zukunft hat,
  • …Engagement der Ehrenamtlichen stärkt;
  • …Ehrenamtliche anspricht, ausbildet und ihnen zutraut, Verkündigung zu betreiben,
  • …vielfältige Angebote macht, Hilfestellung gibt, keine Auslese trifft, auch neben Traditionellem mit der Zeit geht.
  • …Laien unterstützt (z.B. finanziell),
  • …Räume anbietet & Hilfe bereitstellt,
  • …Schlüssel vergibt & Kirchentür offen lässt,
  • nicht an Gebäuden & Strukturen hängt, sondern Neues ausprobiert, für Ideen und neue Wege offen ist,
  • …sich öffnet und neue Orte findet
  • …lokal und persönlich für Menschen erreichbar ist
  •  …die Frohe Botschaft mit dem Leben verbindet.
  • allgemeines Priestertum der Getauften und Gefirmten stärken
  • über den eigenen Glauben reden lernen
  • flexibel auf Bedarfe einstellen
  • neben Traditionen auch mit der Zeit gehen

 

 

Unsere Gruppe hat eine konkrete Vision, wie das mit neuen Orten kirchlichen Lebens gelingen kann.

 


Anlaufstelle vor Ort

1. Wo stehen wir?

 

Wo stehen wir / wohin sind wir gestellt?

 

Wir verfügen über:

 

  1. Versammlungsorte wie z.B. - die Kirche für die Liturgie, - Gruppenräume für div. Aktivitäten, Versamm­lungen, Treffen, Besprechungen
  2. Ansprechpartner wie Pfarrsekretärin, Pfarrer, Gemeindereferentin (Hauptamtliche) und ehrenamtliche Multiplikatoren wie Gruppenleiter/innen, Mitglieder der Gremien und Kirchenbesucher, die wir zum Teil nur vom Sehen kennen.
  3. Informationen über Pfarrbrief, Internet, Gemeindebrief, Schaukasten und z.T. lokale Anzeigenblätter
  4. Gute und leichte Erreichbarkeit, kurze Wege, bekannte Ansprechpartner vor Ort

 

Was machen wir schon jetzt?

 

  • Informationen werden ausgetauscht bzw. ausgelegt, z. B. in Schulen, Krankenhäusern, Kitas, Senioren­wohnanlagen und natürlich in den Kirchen des Dekanats.
  • Zu Festen und Veranstaltungen werden auch andere Gemeinden eingeladen. Zu diesen wird teilweise zusätzlich über die lokalen Anzeigenblätter im regionalen Umfeld eingeladen.

 

 

 

2. Was wollen wir erreichen?

 

Der nahe Standort muss bleiben, damit in jeder Gemeinde

 

  • in der Kirche Messen, Andachten, Konzerte, Anbetungen und persönliche Gebete

 

·          in den Räumen Kirchenkaffee/Frühschoppen, Gruppentreffen, religiöse Gesprächskreise, Sitzungen und Aktionen wie Sternsinger / Fastenessen / Nikolaus / Osterfrühstück / Empfänge / Ehrenamtsfest, Sakramentsvorbereitungen, Familienfeiern und ökumenische Veranstaltungen stattfinden bzw. geleistet werden können.

 

  • weiterhin auch Bedürftige (Obdachlosenessen, Kleiderkammer), anonyme Alkoholiker, die sich auf den Weg machen, Unterstützung aus christlicher Sicht erfahren.

 

Spirituelle Angebote, Chorproben, Sakramentsvorbereitungen sollen nicht zur „Weltreise“ werden und an den Fahrtkosten und dem Zeitaufwand scheitern.

 

Bei Sterbefällen, Krankenkommunion und Notfällen soll ein Ansprechpartner vor Ort erreichbar sein.

 

Eine zuverlässige Erreichbarkeit der Ansprechpartner/innen für das weitere Bestehen und den Ausbau eines guten Miteinanders ist eine wichtige Voraussetzung, da sonst die Gefahr besteht, dass Interessierte sich nicht mehr melden oder enttäuscht zurückziehen.

 

·         Kirchliches Leben braucht Nähe, räumlich und persönlich

 

 

 

 

 

3. Wie soll/kann das gelingen?

 

Heimat ist mehr als ein Ort, es ist ein Lebensgefühl. Unstrittig ist, dass wir innerhalb des pastoralen Raumes, eine Gemeinde sein wollen, in der Heimat gelebt werden kann. Heimat kann nur entstehen, wenn ich mich auskenne und die anderen Personen kenne. Je nach Personentyp fällt es schwerer oder leichter sich an andere Umstände zu gewöhnen. Wenn sich für mich sowohl Ansprechpersonen, als auch Räume und Umstände ändern, verliere ich mein Heimatgefühl.

 

Deshalb sollte eine Gemeinde, in der Heimat gelebt werden kann, für alle Menschen lokal und persönlich erreichbar sein. Sie sollte offen sein, sich nicht abkapseln und jederzeit auch andere Interessierte und Gäste willkommen heißen. Dies ist leichter zu erreichen, wenn die Gemeinde auch im Stadtteil auftritt mit Begeg­nungen, Festen und Austausch (Ökumene).

 

Die Kirchen und die Gottesdienste geben durch die wiederkehrenden Abläufe in der Liturgie sicher überall ein Heimatgefühl. Der Ort kann leichter ausgetauscht werden. Trotzdem ist ein vertrauter Raum auch hier durch die Regelmäßigkeit, die Begegnung mit anderen bekannten Kirchenbesuchern, den Besuch des Kirchencafés ein besonderer Anreiz, der durch gute Erreichbarkeit gefördert wird.

 

 

 

Wir benötigen auch Räume außerhalb der Kirche. Nur so können Gemeinden Heimatinseln bleiben und werden, weil Vertrautheiten, wie sich wahrnehmen und wahrgenommen werden, Hauptamtliche, Ehrenamtliche und Gemeindemitglieder kennen, Helferkreise, Seniorengruppen und andere gewachsene Gruppen als Träger der Gemeinschaften sehr wichtig sind.

 

 

 

Neben den Räumen bleibt als ein wichtiger Punkt der persönliche Kontakt zu meiner Heimatgemeinde. Dies geschieht immer über Personen, die als Ansprechpartner fungieren. Es muss für mich klar sein, an wen ich mich wenden kann.

 

·         Kirche kann auch in einem Mehrzweckraum stattfinden

 

·         Organisation einer Anlaufstelle für Notfälle

 

 

 

Fazit: Wir wollen keine Schutzmauern, sondern für viele Interessierte offen sein. Gerade in dieser Zeit des Umbruchs können wir nur in der Gemeinschaft stark sein. Dazu benötigt die Gemeinde die eben beschriebene Vertrautheit, Geborgenheit, Erreichbarkeit und das Gefühl von Heimat.

 



Seit 1. April 2016 sind wir dabei, uns zu einem neuen Pastoralen Raum zu entwickeln – zu einer neuen, großen Pfarrgemeinde mit 25.000 Gläubigen aus über 80 Nationen. Bis 2019 wollen wir das schaffen.

 

Rund vier- bis fünfmal im Jahr trifft sich dazu der Gemeinsame Ausschuss (GA). Er setzt sich zusammen aus je sechs bis acht Vertretern der drei Pfarr­eien und ein bis zwei Vertretern der betroffenen Institutionen, insgesamt also aus derzeit 37 Männern und Frauen. Arbeitsgruppen zu besonderen Aufgabenfeldern ergänzen die Arbeit des Gemeinsamen Ausschusses. Eine zehnköpfige Lenkungsgruppe trifft sich alle zwei bis vier Wochen und ko­ordiniert die Aufgaben. Ein Moderator des Erzbistums führt durch die Gremiensitzungen. Offizieller Leiter der Ent­wicklung ist der Pfarrer von Harburg und Wilhelmsburg. Ein Sekretär kümmert sich vier Stunden pro Woche um organisatorische Dinge.

 


Der Stand im Herbst 2018

 

Vom Frühjahr bis Herbst 2018 herrschte quasi Funkstille in der Entwicklung des Pastoralen Raumes. Wegen der im Januar angekündigten Schulschließungen und vieler anderer Ungewissheiten wollte der Gemeinsame Ausschuss (GA, das Entscheidungs-Gremium) vom Frühjahr an keine weitere Mühe in die Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes stecken, das am Ende womöglich doch bedeutungslos bleiben könnte.

Im April und Mai kamen verschiedene Vertreter der Bistumsleitung in den Gemeinsamen Ausschuss und die Lenkungsgruppe (LG, das Koordinations-Gremium), um dort ihre Positionen darzulegen. Ende Mai legten dann zwei LG-Mitglieder ihr Mandat nieder. Das für Juni vorgesehene GA-Treffen sagte die Lenkungsgruppe ab.

Um nach all dem einen Neustart zu ermöglichen, empfahl die LG dem GA bei dessen Sitzung am 12. September, seine Arbeitsweise grundlegend zu ändern und mehrere thematische Arbeitsgruppen zu bilden, um dort dann die Leitlinien für ein Pastoralkonzept zu entwickeln. Zunächst aber warb Pfarrer Hoffmann dafür, unabhängig von den Erfahrungen mit der Bistumsleitung selbst zu schauen und zu überlegen, wie das Gemeindeleben im Hamburger Süden zukünftig aussehen soll und was für Antworten wir auf die Fragen der Menschen hier finden wollen. 

Anschließend konnten alle 37 GA-Mitglieder entlang einer Skala angeben, ob und wie weit sie noch motiviert waren, sich weiter für den Pastoralen Raum zu engagieren. Das Ergebnis war eine weitgehend gleichmäßige Verteilung zwischen Motivationsgraden von 0 % und 100 %. Zwar lag das Übergewicht bei den nur noch zu etwa 20-30 Prozent Motivierten –­ doch immerhin erklärte niemand an diesem Abend, seine Mitarbeit im GA aufgeben zu wollen.

Danach ging es um die Bildung der Arbeitsgruppen. Als Grundlage dienten die Themenschwerpunkte, die 2017 bei verschiedenen Treffen (Sozialraumanalyse, Zukunftstag, …) herausgearbeitet worden waren. Jedes GA-Mitglied konnte solche Schwerpunkte aufgreifen und sich mit ähnlich Interessierten zusammentun.

Jede Arbeitsgruppe konnte sich dann auch einen Titel geben. So entstanden zunächst:

· eine große Arbeitsgruppe mit dem Titel „Generationen im Blick“, zu den Themen Kinder, Jugend, Senioren, Familien, Auf sich allein Gestellte

· eine mittlere Arbeitsgruppe mit dem Titel „Kirche geht auf Menschen zu“, zu den Themen Armut, Caritas, Interkulturalität, Hingehende Seelsorge, Präsenz im Stadtteil

· und vier kleine Arbeitsgruppen:

o   Anlaufstelle vor Ort“ (zu Gemeinschaft / Heimat, Gemeinschafts­pflege)

o   Auf Neues hin wachsen“ (zu den Themen Wachstum, Frag-würdig-sein, neue Orte kirch­lichen Lebens schaffen)

o   Den Glauben feiern“ (zu den Themen Gottesdienste aller Art, Eucharistie,
Spiritualität, Verkündigung
)

o   Kirche im Leben“ (zu den Themen Frag-würdig-sein, Mission)

 

Von da an sollte es in jeder Arbeitsgruppe darum gehen, Antworten zu finden auf die Fragen:

1.     Wo stehen wir?

a.  Wohin sind wir gestellt (…an welchen Ort / in welche Umgebung)?

b.  Was machen wir schon jetzt?

2.     Was wollen wir erreichen?

3.     Wie kann das gelingen? 

 

Bis März 2019 hatte dann jede Arbeitsgruppe Zeit, sich um diese Fragen zu kümmern.